Daniela

Viele denken, Daniela wäre der Feind der Hanfbewegung, aber das stimmt nicht.

Ich lernte Daniela kennen, als ich 2000 in Hamburg mein neues Schnellboot aus der Werft abholen wollte, doch die Bootbauer wurden nicht rechtzeitig fertig, also besuchte ich meine Halbschwester Petra in München, die an der LMU Medizin studierte.

Petra schwärmte von ihrer neuen Freundin Daniela und wollte sie mir unbedingt auf einer dieser Studentenparties vorstellen, bei denen es nur Cola, Whiskey, Chips und laute Musik aus schlechten Boxen gibt.

Ich kannte dort keinen, fühlte mich etwas unbehaglich in dem engen Studentenapartment auf dem Olympiagelände. Also packte ich mir eine Blüte Jack Herrer in die Zigarette und zog einen durch.

Plötzlich stand Daniela vor mir und wies mich darauf hin, dass Gras rauchen in Deutschland illegal sei. Ich behauptete, mein Jack Herrer wäre gar kein Cannabis, sondern ein ganz spezielles Liebeskraut aus meiner Heimat.

Ich schien das so charmant rüber gebracht zu haben, dass Daniela sich zu mir setzte, mir meinen Joint aus den Fingern zog und von dem Liebeskraut kostete, von dem sie ganz genau wusste, das es verbotenes Cannabis war.

Ich stehe auf diesen Typ bayrisches Mädel, vor allem die mit blonden Haaren und braunen! Augen. Daniela war wunderschön. Sie hatte eine tolle Figur, feste Brüste, den Teint einer Bauerstochter und die Beine eines Rehes. Nicht ganz so schlank, aber so behaart.

So verlief der Abend wie er verlaufen musste. Ich brachte Daniela zu später Stunde mit meinem geliehenen Mercedes nach Rosenheim, etwa 60 Kilometer südlich von München, wo sie geboren und aufgewachsen war.

Zum Abschied küssten wir uns und als die Knutscherei in wilde Fummelei überging, sagte Daniela mir, dass es da eine Scheune gebe, wo wir ungestört seinen. Wir verbrachten die heisseste Nacht unseres Lebens und blieben auch danach noch telefonisch in Kontakt.

Sieben Jahre später überlegten wir uns bei Spiritual Ganja Enterprises, ob es nicht besser wäre, das Geschäftsrisiko zu verringern, auch wenn dadurch die Gewinnmarge leidet. Das erste Mal dachten wir darüber nach, die Seiten zu wechseln und uns für die Legalisierung von Cannabis einzusetzen.

Bis dahin waren wir entschiedene Gegner einer jeglichen Legalisierung von Cannabis, weil Legalität Cannabis sofort zu einem x-beliebigen Kraut macht, dass an jeder Straßenecke wild wächst. Da ist kein Geld mit zu verdienen. Die einzige Gemeinsamkeit, die CSU/CDU und Spiritual Ganja Enterprises hatten, war die klare Haltung gegen die Legalisierung von Cannabis.

Daniela war inzwischen in der Politik gelandet und hatte sich schon einigen Einfluss erarbeitet. Ich rief Daniela von Bangkok aus an und fragte, ob sie nicht in die Drogenpolitik gehen wolle. Da sie inzwischen wusste, dass ich im Cannabis-Geschäft tätig bin, entgegnete sie sofort: Ja, aber Du weisst, dass ich gegen Drogen bin. Cannabis ist okay, aber alles andere lehne ich rigoros ab.

„Genau das ist der Punkt, Daniela. Du sollst Cannabis gar nicht „okay“ finden. Du sollst Cannabis bekämpfen. Ideologisch. Du wärst genau die Richtige um unserer Sache zu dienen. Du musst einfach nur Deine ideologisch rechte Meinung ohne Faktenkenntnis aufrecht erhalten und diese so ideologisch wie möglich begründen. Sachlichen Argumenten gehst Du einfach aus dem Weg.“

Daniela, eine kluge Frau, verstand sofort. Durch Ideologisierung der Thematik wird Skepsis bei den Wählern erzeugt, und damit die Neugier nach Zahlen, Daten, Fakten. Diese Neugier würde dazu führen, dass sich immer mehr Menschen mit dem Cannabis-Verbot sachlich auseinander setzen.

Viele Jahre spielt Daniela jetzt mit großem Erfolg diese Rolle. Wir erreichten, die Drogenpolitik der populistischen CSU in aller Öffentlichkeit in die Lächerlichkeit zu ziehen. Selbst Menschen, die sich noch vor wenigen Jahren gegen die Legalisierung entschieden hätten, waren auf einmal auf unserer Seite.

Immer mehr Menschen kamen dank Danielas großartiger Schauspielleistung die Zweifel, ob das Cannabisverbot tatsächlich den Bürgern dient, oder doch eher der Staatsmacht, um ethnische Minderheiten und politisch anders denkende zu diffamieren, zu diskreditieren, zu kriminalisieren und zu kontrollieren, denn ein Staat kontrolliert unbequeme Bürger am effektivsten, wenn er sie der Freiheit beraubt und einsperrt.

So, wie sich die Grünen im Wahljahr dumm anstellen, wird wohl doch wieder die CSU/CDU die Regierungsmehrheit gewinnen. Es gibt aber nichts Schlechtes, ohne das es nicht auch eine gute Seite hätte. Wenn die CSU/CDU gewinnt, bleibt die Chance, dass Daniela weiterhin unsere Interessen in der Regierung vertritt.

Daniela, wenn Du das liest: Ich liebe Dich!

Dein Alpa Varia

2 Replies to “Daniela”

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