Lost in Afghanistan

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Lance Cpl. Taylor M. Boyd, a squad automatic weapon gunner with Echo Company, 2nd Battalion, 6th Marine Regiment, sights his weapon down a field during a patrol in Marjah, Afghanistan, Aug. 15, 2010. Boyd, 19, is from Ellenboro, N.C.
War on Drugs

Was hat Afghanistan mit dem Drogenschwarzmarkt zu tun?

Was hat der Krieg in Afghanistan mit dem War on Drugs gemeinsam?

Nun, zuerst einmal gehen beide Lösungsansätze davon aus, ein Problem wäre durch Gewalteinsatz aus der Welt zu schaffen.

In beiden Fällen dauert es Jahrzehnte, bis langsam die Erkenntnis greift, dass das Problem durch Gewalt und Krieg nicht zu lösen ist.

Als ich Osama Bin Laden das erste Mal 1998 persönlich begegnete, war Bin Laden ein schwer kranker Mann. Ich besuchte ihn in einem CIA Krankenhaus in Afghanistan.

Er wirkte sehr krank, blass, kraflos und ich versuchte ihn etwas aufzuheitern als ich ihn fragte:

„Wie kommt es, dass ein Bombenleger wie Du in einem CIA Krankenhaus liegt“. Osama antwortete daraufhin lakonisch, dass er immer noch ein „Bombenleger mit CIA-Ausweis“ sei. 

Tatsächlich geht die Terrororganisition der Taliban auf die Al Quaida zurück. Die Al Quada wiederum war nicht schon immer eine Terrorgruppe, sondern ursprünglich Partisanenkämpfer, die von den USA unterstützt wurden.

Aufgebaut wurde die Al Quaida im ersten Golfkrieg von 1980 bis 1988, an dem sich nur noch wenige erinnern. Es war ein Stellvertreterkrieg, den die feindlichen Großmächte Rußland und USA auf afghanischen Boden ausgetragen haben. 

Al Quadi heisst soviel wie „Das Camp“. Tatsächlich entstanden die Al Quaida, aus denen die Taliban entstanden, die wiederum zum Islamischen Staat mutierten, aus einem Militärcamp der USA.

Die USA hatte die glorreiche Idee, die Afghanen doch selbst gegen ihre russischen Besatzer vorgehen zu lassen, also bildeten sie Partisanenkämpfer aus und statteten Sie mit Waffen aus, damit sie gegen die Russen in den Krieg ziehen können.

Wie wir am gegenwärtigen Abzug aus Afghanistan erkennen können, wiederholt sich die Geschichte. Damals wie heute wurden die afghanischen Landsleute schamlos durch die USA ausgenutzt und dann im Stich gelassen.

Als der erste Golfkrieg 1988 endete, überließen die Amerikaner die Al Quadi ihrem Schicksal und wunderten sich danach, als 10 Jahre später eine Terrororganisation namens Taliban von sich Reden machte, die sie selbst ausgebildet und finanziert hatten.

Dieser Verrat hat sich in das Gedächtnis der Afghanen gebrannt und ist die Erklärung dafür, warum es dem IS gelang, fast schon widerstandslos die Macht zu übernehmen, kaum waren die Amis aus dem Land.

So erklärte sich am Ende auch, warum ein gesuchter Terrorist sich in einem US-amerikansichen Krankenhaus der CIA gegen seine Nierenerkrankung behandeln lässt, und allen Ernstes behauptet, er hätte einen CIA Ausweis. Er hatte wirklich einen, er zeigte ihn mir.

Osama brauchte dringend Geld. Sehr viel und sehr schnell. Er bot mir 10 Tonnen afghanisches Haschisch für 100 Dollar das Kilo. Ein äusserst attraktiver Preis, bei dem ich auch sicher zugeschlagen hätte.

Ich mag allerdings keinen Schwarzen Afghanen (so nennen wir das Hasch aus Afghanistan, weil es im Vergleich zu anderen Sorten sehr dunkel ist). Wenn ich schon gezwungen bin, Hasch zu rauchen, weil kein Weed verfügbar ist, dann tendiere ich eher zum Marokkaner.

Ketama Gold ist meine bevorzugte Marke aus Marokko. der Schwarze Afghane schmeckt etwas malzig, wirkt wenig psychoaktiv und eigentlich mehr körperlich. Hervorragend geeignet zu medizinischen oder meditativen Zwecken, aber als Spaß-Hasch nicht zu gebrauchen.

Ich verkaufe an meine Kunden aber grundsätzlich nur das, was ich auch selbst gerne rauche. Das ist meine Geschäftsphilosophie, die ich mir vom Apple-Gründer Steve Jobs abgeschaut habe. Also lehnte ich das Angebot von Osama freundlich ab.

Ich nannte ihm den Namen eines konkurrierenden Narco, von dem ich wusste, dass er den Deal machen würde und stellte einen Kontakt her. So war er es, der konkurrierende Drogenboss, der den Terroranschlag vom 11. September 2001 finanzierte, und nicht ich.

Die USA wollten damals, 1998, schon sehr gern in Afghanistan einmarschieren und brauchten einen Vorwand. Eigentlich ging es gar nicht um die Taliban, sondern um Öl. 

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Terrorismus/martin.html

Es gab vor 2001 in der amerikanischen Zivilbevölkerung und im Senat aber keine demokratische Mehrheit für einen Krieg in Afghanistan. Die Amerikaner waren kriegsmüde.

Es gab vor 2001 ebenso wenig Mehrheiten für den von den Republikanern geforderten Patriot Act, der es ermöglicht, Sicherheits- und Ermittlungskräften der USA gegen Menschenrechte zu verstoßen, wenn ein irgendwie gearteter Terrorverdacht vorliegt.

Nach dem mysteriösen Anschlag am 11. September 2001 war die amerikansche Bevölkerung zu beiden Vorhaben bereit, die Konsequenzen im Interesse der Sicherheit der Vereinigten Staaten zu akzeptieren.

Seitdem foltern US-amerikanische Streitkräfte auf blosem Verdacht, rechtfertigen Hausdurchsuchungen, Festnahmen, das Lesen privater E-Mails weltweit, das Ausspionieren von Kommunikationseinrichtungen und das Abhören des Handy´s von Bundeskanzlerin Merkel auf blosem Terrorverdacht hin. 

Und es tobte 20 Jahre lang ein Krieg, der Menschenleben und Milliarden – auch an Deutschen Steuergelder – gekostet hat und letzten Endes dort alles nur viel schlimmer machte. 

Zumindest ist Deutschland jetzt in bester Gesellschaft der USA, weil nun auch Deutschland vor aller Welt seine Helfer und Unterstützer gnadenlos im Stich gelassen hat und nicht einmal mehr sicher stellen kann, alle Bundesdeutschen in Sicherheit bringen zu können. 

Krieg hat eine furchtbare Logik. Alles was Du bekämpfst und nicht vollständig zerstören kannst, machst Du damit nur stärker. Eine Idee kann man nicht vollständig zerstören. Eine Idee kann man nur durch eine bessere ersetzen. Der Islamismus ist eine Ideologie, keine Armee selbsternannter Gotteskrieger.

Das gilt für ebenso für den sinnlosen War on Drugs, der nunmehr seit 50 Jahren weltweit tobt und mehr Tote gekostet hat, als der Vietnamkrieg und beide Golfkriege zusammen. Es ist der geheime Krieg, von dem die Nachrichten nie berichten.

Und das gilt für die beiden Alibikriege in Afghanistan, wo unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung die traditionelle Ausbeutung des Landes fortgesetzt wird und das Interesse an der „Demokratisierung Afghanistans“ plötzlich mit der Erfindung des Hydraulic Fracturing verloren geht.

Du magst Dich vielleicht fragen, wie es mit dem Dialysepatienten Osama Bin Laden weiter ging. Nun, er bekam so einen Kasten umgehängt, der ständig sein Blut reinigt. Seine Nieren sind dazu nicht mehr in der Lage und er würde ohne diesen Apparat innerlich vergiften.

Umso bemerkenswerter finde ich deshalb die enormen menschlichen Leistungen dieses schwerkranken Mannes, hunderte Kilometer weit durch die Wüste zu wandern, mit einem 5 Kilogramm schweren Dialysegerät um die Schultern, um sich dann über 10 Jahre in den Höhlen Afghanistans vor den Profikillern der USA zu verstecken.

Nur um dann in irgendeinem pakistanischen Kaff am 02. Mai 2011 von einer Einheit der Navy Seals unbewaffnet hingerichtet zu werden. 

Trotz der kritischen Einsatzlage hatten die Navy Seals die Leiche von Osama Bin Laden im Hubschrauber mitgenommen. Und das, obwohl einer der beiden Navy Hubschrauber getroffen wurde und zurück gelassen werden musste. 

In so einem Hubschrauber ist es sehr eng und die Flugeigenschaften verschlechtern sich mit jedem Kilo Mehrgewicht, die Manovrierfähigkeit leidet vor allem in einem nicht unwahrscheinlichen Kampfeinsatz und das Risiko steigt, mit dem Sprit nicht klar zu kommen.

Nur um den Leichnam von Osama „der muslimischen Tradition folgend“ auf dem Kriegsschiff auf dem Weg nach Hause in die USA in ein Laken zu wickeln und einfach so über Bord zu werfen. Nicht einmal eine forensische Untersuchung wurde durchgeführt. Eigentlich der Standard bei so hochgestellten Leichnamen. An Board des US Kriegsschiffes befand sich ausser dem mutmaßlichen Leichnam von Osama bin Laden kein weiterer Moslem. 

Die Frage, um die es sich hier aber dreht: Warum verbindet die USA in beiden Kriegen nicht das „Sinnvolle mit dem Nützlichen? Nach Angaben der UNODC-Studie werden in Afghanistan pro Hektar Anbaufläche 145 Kilogramm Cannabis-Harz bzw. Haschisch produziert. In Marokko, dem größten Cannabisanbauland der Welt, sind es zum Vergleich pro Hektar nur 40 Kilogramm.

Während des 20-jährigen Afghanstan-Krieges stieg Anbau und Export von Afganischem Haschisch jedes Jahr und sicherte damit den Taliban die finanzielle Grundlage für die rasche Wiedererlangung der Macht in Afghanistan unmittelbar nach dem Abzug der Besatzungsmächte.

Warum haben die USA nicht das gleiche in Afghanistan getan, was sie in Kolumbien gemacht haben: Hektarweise Ackerland für Drogen abgebrannt. In Afghanistan hätten sie es aufgrund ihrer Besatzerposition sogar viel einfach gehabt.

Beide Kriege folgen offensichtlich dem gleichen Muster. In beiden Kriegen gibt es keine Strategie und in beiden Kriegen geht es darum, sie möglichst lange und teuer zu halten, ohne einen nachhaltigen Effekt zu erhoffen.

Wie wir wie in diesem Fall für blöd gehalten werden geht es auch im nächsten Artikel…

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