Medienblasen




Hallo seltener Gast. Fast schon ein Wunder, dass Du auf diese Seite gelangt bist. 

alpavaria.de existiert. Sonst wärst Du auf dieser Seite nicht gelandet, aber die Seite alpavaria.de kann nicht beworben werden. Sie verstößt gegen die Unternehmensrichtlinien von Google. Google ist der Meinung, dass auf dieser Seite Drogen beworben werden. 

Google hat nicht verstanden, dass es hier um politische Meinungsbildung geht. Das es unterschiedliche Meinungen darüber gibt, welche Substanzen verboten werden müssen, und welche Substanzen eigentlich nie hätten verboten werden dürfen. 

Damit ist diese Seite im endlosen Universum des Internets unsichtbar. Weil Google vor allem in Deutschland quasi ein Suchmaschinenmonopol besitzt. 

Auch auf Twitter bekomme ich regelmäßig Ärger, wenn ich über meinungsbildende Themen berichte. Werbung darf ich bei Twitter überhaupt nicht machen. 

Bei Facebook bin ich schon lange nicht mehr, als sie eine Fotografie von mir zensierten, auf der eine Gipsstatue zu sehen ist. Die Gipsstatue war weiblichem Geschlechts nachempfunden und hatte eine, man muss sich das mal vorstellen, entblöste Brust.

Das allein war eigentlich gar nicht der Grund. Der Grund war, das zwar Gipstitten zensiert werden, Nazisprüche, Hassaufrufe und volksverhetzende Abbildungen, Symbole und Texte eben nicht zensiert wurden. Meinungsfreiheit.

Wir alle haben geglaubt, dass Internet bringe uns mehr Meinungsfreiheit und weniger Zensur und wir müssen feststellen, dass wir in einer viel dichteren Informationsblase stecken, als zu den Zeiten, als ARD und ZDF das Monopol auf die Weltanschauungsvermittlung hatten.

Tatsächlich sind die konventionellen Volksempfänger Rundfunk und Radio unidirektional. Sie senden zum Empfänger, bekommen aber keine Rückmeldung.

In den sozialen Medien ist das anders, weil jede Reaktion auf Inhalte interaktiv zurück gemeldet werden und auf Berechnungen der Rückmeldungen Inhalte neu sortiert und gefiltert werden. 

So entsteht der Eindruck, Du hättest es nur noch mit Gleichgesinnten oder Gegnern zu tun, weil Dir natürlich auch die provokativen Aussagen gezeigt werden, die eine völlig diametrale Haltung haben. Sonst macht es ja gar keinen Spaß.

So kommt es zu einer Vertiefung der Spaltung zwischen den Intressensgruppen und plötzlich stehen wir vor der Situation, dass Menschen plötzlich weltweit politisch interagieren, die man vor 20 Jahren noch zufällig besoffen an einem Stammtisch angetroffen hätte.

Das entscheidende aber, was die modernen Sozialen Medien vom Rundfunk unterscheidet, sind die dahinter stehenden Interessensgruppen. Das Wahlkampf über soziale Medien funktioniert, haben wir erlebt. Das Werbung Konsumanreize und damit Umsatzwachstum schafft, wissen wir auch schon lange.

Die Wahrnehmung und Beurteilung der Welt da draussen geschieht über den Systemverbund der konventionellen und modernen Medien und in Zeiten der Distanz, vor allem zu Zeiten der Corona-Pandemie, gibt es in der Realen Welt da draussen kaum ein Korrektiv. Wir sind für die Bildung einer politischen Meinung auf Bits und Bytes angewiesen.

Während die konventionellen Medien den Filter der Redaktion haben und durch redaktionelle Auswahl der Informationen eine gewisse Relevanzzensur statt findet, die jedoch von einem Menschen verantwortet und erklärt werden muss, sind es bei den Sozialen Medien in erster Linie Algorithmen, die automatisiert sicherstellen, dass die jeweiligen Interessensgruppen befriedigt werden.

Viele glauben immer noch, die wichtigste Interessensgruppe eine Social Media Plattform wäre in erster Linie die Community selbst. Das ist in etwa so naiv, wie zu glauben, ein Wirtschaftsunternehmen wäre dazu da, seine Arbeitnehmer zufrieden zu stellen.

Google, Facebook, Twitter und Co. sind börsennotierte und profitorientierte Unternehmen, deren wichtigste Interessensgruppe die Aktionäre der Unternehmen sind. Die Hauptaktionäre kennen sich untereinander und geben sich gegenseitig die Türklinken in die Hand. Die Community ist Mittel zum Zweck. Sie ist Content-Lieferant und Kunde gleichzeitig.

Wer nicht wirbt, stirbt – heisst es im Marketing-Jargon. Eine Webseite zu bewerben heisst, sich in die Fänge von Technologiekonzernen zu begeben. Wenn diese dir die Werbung für Meinungsbildung versagen, wirst du sterben. Nicht als Mensch, aber Dein Unternehmen wird sterben. Und als Aktivist wird Deine Meinung sterben.

Machen wir uns nichts vor. Die Tatsache, dass inzwischen eine hauchdünne Mehrheit für die Legalisierung von Cannabis ist (vor 15 Jahren war es nicht einmal ein Drittel), hängt eben auch damit zusammen, dass wir Hanf-Aktivisten mit Drogendealern gleichgesetzt wurden. Weniger von den Ermittlungsbehörden, wohl aber von den Sozialen Medien, deren Plattformen in den USA beheimatet ist, wo sie ihre gewonnenen Daten mit den Geheimdiensten teilen müssen und deren Direktiven umzusetzen haben.

Natürlich geht es bei der Überwachung aller Weltbürger durch den NSA nicht in erster Linie um Drogen, sondern natürlich um Terroristen, die an jeder Ecke stehen und die USA anzünden wollen. Die unzähligen Drogendelikte, meist konsumnahe Delikte, sind mehr oder weniger die Späne, die beim Hobeln von Terrorbedrohungen abfallen.

Wenn Du also Deine Meinung durch das angeblich freie Internet verkündest, wird man Deine Meinung nicht hören, so berechtigt sie auch sein mag, weil sie im Universum des Internets untergeht, verloren geht, wenn sie privatwirtschafliche und politisch infiltrierte Suchmaschinen Deine Seiten nicht anzeigen. 

Die Unterdrückung der Massen durch den Kapitalfeudalismus hat bereits begonnen. Die Tatsache, dass Du diese Seite trotzdem gefunden hast, auch ohne Werbung, gibt mir Hoffnung auf eine winzige Chance.

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