Wandlung

Mit vollem Herzen setze ich mich für die #Legalisierung von #Cannabis ein. Aber das war nicht immer so. Was muss geschehen, damit aus einem vehementen Gegner einer Legalisierung ein Hanfaktivist wird?

Begonnen hat meine Kiffer-Karriere eigentlich viel zu früh mit 15. Als Schlagzeuger einer Black Punk Band mit linkspolitischen Texten blieb mir eigentlich gar keine Wahl, denn Kiffen galt als Protest gegen den Imperalismus. Das hat sich bis heute kaum geändert. 

Ich bin mir nicht einmal so sicher, ob irgendjemand in meinen damals 14 bis 21jährigen Dunstkreis gekifft hätte, wenn es eben nicht verboten wäre. 

Jedenfalls war mein erstes Erlebnis am Holztisch mit 11 weiteren Haschrebellen und einem Spliff, der gegen den Uhrzeigersinn die Runde ging, extrem stark. 

Die Intensität und die Geschwindigkeit des Rauscherlebnisses, im Vergleich mit Alkohol, war enorm und es ging mir offen gesagt nicht besonders gut. Ich hatte auch schon das zweite Bier vor mir stehen. 

Jahre später, als junger Erwachsener auf diese Situation rückblickend, geprägt durch die ideologische Verharmlosung von Tabak und Alkohol bei gleichzeitiger Verteufelung von Cannabis in der Gesellschaft war ich ganz klar gegen eine Legalisierung. 

Ich konnte mich schließlich zu einer Entkriminalisierung hinreissen lassen, weil mir klar war, dass mein gesamter Freundeskreis meiner Jugend nicht kriminell sein konnte. Ich war auch durchaus für eine Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken, aber eine Legalisierung käme für mich damals nicht in Frage. 

Ich musste erst viele Jahre schwer an Fibromyalgie erkranken, um für mich den Entschluss zu fassen, sieben pharmazeutische Produkte (von denen zwei schwer körperlich abhängig machen) durch Cannabis zu ersetzen. 

Durch den regelmäßigen Gebrauch und den vollständigen Verzicht auf Alkohol hat sich ein anderes Verhältnis zur Droge, aber auch zur Rauschentwicklung selbst gebildet. Und ich erwarb zudem immer mehr wissen über den Hanfverband und Cannabisfakten

Inzwischen sehe ich unverschleihert auf die Schleiher, die auch mich einst blendeten und erkenne, dass das Verbot von Cannabis seit seiner ersten Ächtung im Mittelalter durch die katholische Kirche sich wie ein rotes Band der Täuschung durch die Geschichte zieht. 

Das Cannabis-Verbot ist das größte und erfolgreichste propagandistische Massenverblödungssystem gleich nach dem Ponzi-Finanzsystem. Es ist ein exemplarisches und historisch gut belegtes Thema zur Beschreibung systematischer Beeinflussung der Bevölkerung mit niederen Motivationen wie Rassenhass und Korruption.

Wenn ich heute Menschen gegenüber trete, die den selben Blödsinn reden, wie ich vor 30 Jahren, muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass auch ich 30 Jahre gebraucht habe, um den Schwindel zu durchschauen.

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