War on Peanuts

War on Peanuts


Allein in den USA sterben jährlich 150 bis 200 Menschen an den Folgen eines allergischen Schocks durch den mißbräuchlichen Verzehr von Erdnüssen zu Genusszwecken.

In den USA hat man das Phänomen untersucht und man nimmt an, dass vor allem US Bürger mit schwarzer Hautfarbe und andere Ethnien besonders oft Erdnüsse konsumieren und es derzeit nicht auszuschließen ist, dass der Schockzustand der Erdnussallergie bestimmte Angehörige diverser Ethnien in Zombies verwandelt. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft daraufhin die Erdnuss als nicht verkehrsfähige Droge ein und befiehlt den vernetzten Gesundheitsministern dieser Welt, ihre nationalen Betäubungsmittelkataloge entsprechend anzupassen. 

Mit der Ergänzung des Betäubungsmittelgesetzes in Deutschland um die Erdnuss wird automatisch, ohne dass es hierfür eine Änderung des Strafgesetzes erfordert, der Besitz, Handel und Verzehr von Erdnüssen mit Freiheitsstrafe bedroht. 

Ein Lobbyverband der Erdnussbranche erhebt sich in die Politik und droht erst mal mit Arbeitsplatzverlusten. Die Lobbyisten sind sich der Risiken des Verzehrs von Erdnüssen durchaus bewusst, aber warum muss man gleich die komplette Gattung verbieten?

Man könnte aus dem Erdnussöl klimaneutrale Brennstoffe generieren, aber das will die Lobby der Erdölindustrie nicht, und die waren zuerst da. Man könnte aber auch die Schalen der Erdnüsse als Brennholzersatz nutzen, aber das will die Forstwirtschafts-Lobby nicht, und die waren zuerst da. 

Also blieb den Erdnussfarmen nichts anderes übrig, als sich mit EU Fördermitteln die Taschen voll zu stopfen und von nun ab Hopfen anzubauen, aus dem Bier gebraut wird, denn Bier steht nicht auf der Betäubungsmittelliste, auch nicht nach zwanzig Flaschen Konsum. Da ist man eigentlich „betäubt“.

Alle waren zufrieden. Nur das dumme Volk nicht. Ihnen zuliebe hat man doch das Verbot eingeführt. Um sie zu schützen. Und aus „Dankbarkeit“ ignorieren sie das schöne, mühsam erstrittene Gesetz und konsumieren weiter illegal Erdnüsse. 

Bald schon mussten die Staatengemeinschaften feststellen, dass trotz weltweitem Verbots von Erdnüssen geheime Erdnussfarmen entstehen und ihren Stoff über Süßwarenhändler unter der Ladentheke vertreiben. 

Ethisch gesehen haben die Süßwarenhändler kein Problem mit der illegalen Abgabe von Erdnüssen. Sie sind ja schon Drogendealer, und ob die Kids jetzt an Diabetes sterben, an Überfettung oder an einem Erdnuss-Allergie-Schock…so what?

Der Schwarzmarkt für Erdnüsse in den USA wurde politisches Tagesgespräch. Es war Zeit zu handeln. Einstimmig sangen alle vereinten Gesundheitsminister der Staaten im Chor das Lied vom „War On Peanuts“. 

Die ersten Razzien wurden bei den Süßwarenhändlern durchgeführt und öffentlichkeitswirksame Festnahmen vor laufender Kamera gaben dem Volk das Vertrauen in ihre Staatsmacht zurück. 

Man war sich eigentlich schon siegessicher, doch die Zahlen verkündeten eine andere Wahrheit: Der Konsum von Erdnüssen stieg. Die Zahl der Verhaftungen auch. 

Da man ja wusste, dass Erdnüsse vor allem für Menschen mit dunkler Hautfarbe ein hohes Risiko darstellen, wurden gezielt Razzien in den Gebieten durchgeführt, wo die geringste Dichte an Solarien zu ermitteln war. 

Hunderttausende Menschen dunkler Hautfarbe wurden wegen illegalem Erdnussbesitz eingesperrt, zehntausende von Süßwarenkioske mussten schließen, weil ihre Besitzer hinter Schloss und Riegel kamen. 

Der dadurch entstandene akute Abriss der Versorgungskette für Schokolade und andere Süßigkeiten durch die Kioske hatten Amokläufe in den Kindergärten und Schulen überall auf der Welt zur Folge und es kam zu hunderten von Toten. 

Die Regierungen der Welt setzten nun alles auf eine Karte und gründeten die PEA, die Peanut Enforcement Agency, eine Truppe kampferprobter Söldner – Typen, die keine Armee dieser Welt in ihren eigenen Reihen dulden würde. 

Dummerweise wollten sich aber nicht alle Staaten den Direktiven der WHO beugen. Es war vielmehr so eine Art Vor-Beugung. Der Vor-Beugung folgte eine Rück-Beugung, als die Prohibition von Erdnüssen dazu führte, dass sich der Preis für Erdnüsse inzwischen verfünfzigfacht hatte. 

In einigen Staaten begannen findige Geschäftsleute, im großen Stil Erdnussplantagen zu errichten und reich zu werden. Weil sich die Peanut-Unternehmer aber stets großzügig in der Verteilung von Silber und Blei zeigten, gewannen sie zunehmend politischen Einfluss – und mal ganz ehrlich, es sind doch nur Erdnüsse.

Dies wiederum veranlasste die PEA Auslandseinsätze durchzuführen, um die Erdnussfarmen zu zerstören, die aus Sicht der Imperialisten illegal sind. Und auch illegal sein müssen. Menschen sterben sonst.

Dabei reisen die schwer bewaffneten Beamten der PEA in Länder, in denen sie eigentlich nichts zu suchen haben, und verrichten dort Dinge, die völkerrechtlich eigentlich nicht gedeckt sind.

Dies wiederum erzürnte die Staatsherren der Erdnuss Staaten und lies sie, finanziert von den Nutsos mit ihren Milliardenerträgen, zu den Waffen greifen. 

Der War On Peanuz war somit im vollem Gange, kostete den Steuerzahlern Billionen und führte lediglich dazu, dass mit zunehmender Verknappung der Ware die Verteuerung von Erdnüssen vorangetrieben wurde.

Bedingt durch die Teilerfolge der PEA, stieg der Marktpreis illegaler Erdnüsse ständig an, womit bei gleichbleibenden Anbau-, Transport- und Vertriebskosten sich der wirtschaftliche Ertrag des Produktes permanent vervielfachte. Ganz einfache betriebs- und volkswirtschaftliche Rechnung.

Weil die PEA mit ihren Nadelstichen keine Ruhe gab, entschlossen die Barone der Allianz des Bösen, unterstützt durch millardenschwere Nutsos, ihren immensen Reichtum in Waffen und ausgebildete Milizen zu investieren. 

Plötzlich wurden Länder, in denen Messer, Pfeil und Bogen bisher die einzigen Waffen waren, überschüttet mit hochmodernen Kriegsgerät. 

Zumindest hat die Union der Guten für Waffengleichheit mit der Allianz des Bösen gesorgt. Und das war auch bitter nötig, denn…

Was haben der Afghanistan Krieg und der War on Peanuz gemeinsam? In den Augen der Bevölkerung haben sie zwar ihr Ziel verfehlt, aus Sicht der Kriegstreiber aber, wurde das Ziel erreicht:

Das Ziel beider Kriege ist es, den Krieg solange aufrecht zu erhalten, wie beide Parteien davon profitieren. Und die Zeche für den Krieg problemlos nach unten weiter reichen zu können.

Die Kosten für das Spektakel im Falle des War On Peanuz zahlen auf der einen Seite die Erdnuss-Konsumenten durch die steigenden Preise und auf der anderen Seite die Steuerzahler. 

Gewinner sind die Staatslenker, die ihrem Volk immer wieder mit kleinen Erfolgserlebnissen der PEA zeigen, wer der Herr im Haus sind. Gewinner sind auch die Nutsos, deren Gewinnspanne jedesmal in die Höhe schießt, wenn die PEA mal wieder einen Erfolg verbucht. 

Und Gewinner sind natürlich auch, wie in jedem Krieg, das Weltfinanzsystem, den Kriege wollen mit Krediten finanziert werden und natürlich die Rohstoff- und Kriegsindustrie, denn irgendwer muss die Waffen ja schließlich herstellen und verkaufen. 

Alles Gut – bislang.

Vorblende in das Jahr 2030

Die Hülsenfrucht Erdnuss, die eigentlich gar keine Nuss ist, sondern eine Hülsenfrucht, wurde vor drei Jahren vollständig ausgerottet. Es gibt keine Erdnüsse mehr. Dafür Unmengen von Süßigkeiten. 

Der tragische Umstand der vollständigen Ausrottung der Erdnuss ist aber leider nur das kleinere Problem, denn der War On Peanuts hat sich inzwischen zu einem weltweiten Atomkrieg entwickelt und die Menschheit wird ein Ende finden. Wegen Erdnüssen. 

8 Milliarden Menschen starben, um jährlich 200 Amerikaner vor dem sicheren Tod durch allergische Schocks zu bewahren. Diese Amerikaner gibt es nur leider jetzt nicht mehr. Also war wieder mal alles umsonst.

Was haben jetzt Erdnüsse mit Cannabis zu tun? Nicht viel, denn Erdnüsse machen nicht high und an den Folgen von Cannabis ist bis heute noch nie ein Mensch gestorben. 

Nur mit dem Verbot von Cannabis werden Leben zerstört.

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